Newsletter #12

Woohoo – neues Design der Website und neues Logo. Das kann nur gut werden!

Homescreen, Launcher und „mal ausprobieren“ – diesmal leiser

Mein Handy hat den WG‑Küchen‑Status noch nicht verlassen: In der Küche klingelt ständig irgendein aufmerksamkeit‑heischendes Irgendwas, Social‑Media‑Apps breiten sich wie der Käsegeruch vom Zimmer‑Nachbarn aus und in den Schränken stehen Apps längst über dem Haltbarkeitsdatum.
Optisch sieht alles ordentlich aus – ruhiger Hintergrund, Widget mit Tag, Uhrzeit und Wetter, eine kleine Kerncrew aus Notesnook, FamilyWall, Perplexity, Lunatask und Tomorrow in der ersten Reihe, Ordner für Microsoft‑Kram, Social/Messenger, Medien/Streaming, Games und Reisen darunter. Im Dock: Telefon, Firefox, zweiter Browser, Kamera, Threema. Trotzdem fühlt sich der Homescreen oft voller an, als er aussieht – nicht zuletzt, weil der Microsoft Launcher jede neue Benachrichtigung als Punkt an Icons und Ordner klebt.
Newsletter 12 ist der Versuch, dieses Setup alltagstauglich leiser zu drehen: mit einem Reality‑Check über „Digitales Wohlbefinden“, weniger Zeitsenken auf dem Handy, gezähmten Benachrichtigungen, einem ruhigeren Launcher wie Niagara und ein paar Fokus‑ und Schlafenszeit‑Modi, die aus dem Smartphone wieder mehr Werkzeug als Slotmaschine machen sollen.


Das Thema

Aufräumen im digitalen Alltag – Folge 3: Ablenkungsfrei(er) auf dem Handy

Statt das Handy zur Askese‑Baustelle zu machen, drehe ich im Alltag ein paar Regler runter: weniger Social‑Apps auf dem Gerät selbst, Benachrichtigungen auf Kommunikationsniveau, ein Launcher, der nicht an allen Ecken blinkt, und Modi, die dem Gerät zumindest zeitweise die Lautstärke nehmen.

Was nervt

  • Ein App‑Zoo hinter einer scheinbar aufgeräumten Oberfläche – Ordner und Icons, die brav sortiert aussehen, aber mit selten genutzten Apps und zu vielen Benachrichtigungen gefüllt sind.
  • Ein Launcher, der jede Notification als Punkt irgendwo platziert und so dauernd das Gefühl erzeugt, dass noch etwas Aufmerksamkeit braucht.
  • Social‑Apps, die sich ihre Top‑Position bei der Nutzungszeit eher erkämpfen als bewusst zugewiesen bekommen.

Was bleibt

  • Eine kleine Kerncrew aus Alltags‑Apps auf dem Homescreen.
  • Suche und bewusst gewählte Apps sind wichtiger als „perfekte“ Icon‑Ordnung.
  • Der Vorsatz, mit Digital‑Wellbeing, weniger Zeitsenken und Niagara das Handy pragmatisch leiser zu drehen.

Reality‑Check mit Digitalem Wohlbefinden

Bevor irgendetwas gelöscht, stumm geschaltet oder umsortiert wird, lohnt sich ein ehrlicher Blick ins „Digitales Wohlbefinden“-Dashboard – wie einmal die Vorratsschränke aufziehen und sehen, was da wirklich drin steht.

Android 17:

  • Einstellungen öffnen.
  • Über die Suche „Digitales Wohlbefinden“ wählen → „Digitales Wohlbefinden & Jugendschutzeinstellungen“.
  • Dort siehst du Bildschirmzeit, App‑Nutzung, Entsperrungen und Benachrichtigungen; im „Dashboard“ oder bei „App‑Limits/App‑Timer“ lassen sich einzelnen Apps Zeitlimits geben.

/e/OS 4:

  • In den Einstellungen über Begriffe wie „Digitales Wohlbefinden“, „Bildschirmzeit“, „Nutzungsstatistik“ suchen.

Falls ihr eine andere Android‑Version habt: In der Regel findet ihr die Funktionen über diese Suchbegriffe in den Einstellungen; der genaue Menüpunkt kann variieren, die Idee dahinter bleibt gleich.

Apps vs. Browser: Zeitsenken bewusst nutzen

Ein Blick ins Dashboard zeigt schnell, welche Apps aus „kurz schauen“ eine halbe Stunde machen – Instagram war bei mir ganz vorne. Nach dem Reality‑Check ist Instagram vom Handy geflogen: Wenn ich reinschauen will, muss ich jetzt bewusst den Browser öffnen. Zwei Möglichkeiten: Es fehlt mir nicht und ich melde mich in einem Monat ab, oder ich werde nervös und hole mir die App zurück. Für andere Zeitsenken lohnt derselbe Schritt: Social‑Apps zuerst vom Homescreen nehmen, sie möglichst im Browser nutzen und sehen, was wirklich fehlt.

Benachrichtigungen: Kommunikation ja, Pegel runter

Bei Benachrichtigungen habe ich alles stumm geschaltet, was nicht direkt der Kommunikation dient: Outlook oder Thunderbird dürfen weiterhin Bescheid sagen, Threema und Signal auch – aber AirBnB, Booking, Bahn‑App und Spotify sind zum Schweigen verdonnert. So bleibt das Handy ein Werkzeug für echte Nachrichten und nicht für Dauer‑Promo.

Android 17:

  • Einstellungen → „Apps“ → störende App wählen → „Benachrichtigungen“.
  • Entweder alle Benachrichtigungen ausschalten oder Kategorien wie Werbung, Angebote, Empfehlungen einzeln deaktivieren.
  • Systemweit hilft „Nicht stören“: über den Schnellzugriff aktivieren und in den Einstellungen definieren, welche Kontakte und Apps weiter durchkommen dürfen.

/e/OS 4:

  • Einstellungen → „Apps & Benachrichtigungen“ → App → „Benachrichtigungen“; Kommunikation bleibt an, der Rest wird leiser gestellt.

Launcher‑Wechsel: von Microsoft zu Niagara

Der Microsoft Launcher verbindet Ordner, Widgets und Suche komfortabel, aber seine vielen Benachrichtigungspunkte an Icons und Ordnern sorgen dafür, dass der Homescreen dauernd das Gefühl „irgendwo blinkt noch etwas“ vermittelt.

Ein minimalistischer Launcher wie Niagara setzt genau da an.

  • Einspaltige App‑Liste mit wenigen, bewusst gewählten Favoriten statt Seiten voller Icons.
  • Häufig genutzte Apps werden intelligent vorgeschlagen, der Homescreen bleibt einhändig bedienbar und werbefrei.

Preisstruktur kurz:

  • Basisversion kostenlos, ohne Werbung.
  • Pro‑Version über In‑App‑Kauf/Abo mit zusätzlichen Gesten, Themes und Icon‑Anpassungen.

Unter den Bedingungen oben (weniger Social‑Apps auf dem Gerät, Notifications heruntergedreht) bringt Niagara tatsächlich mehr Ruhe rein: Ich lege mich auf eine kleine Kerncrew fest, der Launcher schlägt mir dazu sogar Apps vor, die ich wirklich häufig nutze – ohne den Reality‑Check wäre die Gefahr groß gewesen, wieder genau die größten Zeitfresser nach vorne zu stellen.

Apps entfernen: Kahlschlag mit Vorsicht

Nach Blick ins Dashboard lohnt ein Aufräumen im App‑Zoo: Alles, was seit Monaten nicht genutzt wurde und keinen klaren Zweck mehr hat, darf weg – mit etwas Vorsicht für selten wichtige Apps wie Banking, Reise oder Spezial‑Tools.

Android 17:

  • Homescreen/App‑Drawer: Icon lange drücken → „Deinstallieren“.
  • Oder: Einstellungen → „Apps“ → App → „Deinstallieren“.
  • Digitales Wohlbefinden hilft, „nie geöffnet“-Kandidaten zu finden.

/e/OS 4:

  • App‑Drawer: Icon lange drücken → „App‑Info“ / „Deinstallieren“, oder über die App‑Einstellungen entfernen.

Ich habe einen kleinen Kahlschlag gemacht; bei einigen Apps hatte ich allerdings das Gefühl, dass die angezeigte „nicht genutzt“-Zeit nicht ganz stimmt – ein Schelm, wer da unterstellt, Google wolle bestimmte Apps dezent aus den Listen drängen.

Modi & Fokus: Handy je nach Kontext zähmen

Neben einzelnen App‑Einstellungen hilft es, das Handy je nach Tageszeit und Kontext auf unterschiedliche „Lautstärken“ zu stellen.

Android 17:

  • Über „Digitales Wohlbefinden & Jugendschutzeinstellungen“ den Fokusmodus aktivieren: Apps auswählen, die während des Fokus blockiert werden sollen (Social, Games), Zeitpläne setzen oder manuell starten.
  • Im Schlafenszeitmodus wird der Bildschirm ab einer bestimmten Uhrzeit gedimmt, optional auf Graustufen gestellt; „Nicht stören“ sorgt dafür, dass nachts nur Alarme und ausgewählte Kontakte durchkommen.

Ich nutze den Schlafenszeit‑Modus bereits und finde das richtig gut. Einen Fokus‑Modus habe ich eingerichtet und bisher kaum genutzt – das wird Thema dieses Newsletters bleiben: bewusst ausprobieren, wie sich ein Handy mit Fokuszeiten im Alltag anfühlt. Außerdem habe ich aktiviert, dass mein Handy stumm ist, wenn ich es mit dem Display nach unten hinlege – eine einfache Geste, die immerhin verhindert, dass es bei jedem kleinen Ping direkt Aufmerksamkeit bekommt.

/e/OS 4:

  • Je nach Gerät über die Einstellungen nach „Fokus“, „Nicht stören“, „Schlafenszeit“ oder ähnlichen Begriffen suchen, Profile definieren und festlegen, welche Apps und Kontakte in welchem Modus sprechen dürfen.

Entdeckt & geteilt

  • Massenentlassungen bei Microsoft/XBox: es ist traurig zu sehen, wie sich der einstige Vorreiter in so vielen Themen immer weiter selbst zerlegt. Ich dachte zumindest die Gaming-Sparte sei mit viel Gewalt (und Geld) wieder auf’s Gleis gehoben worden. Aber weit gefehlt. JEtzt kommt der Kahlschlag unter einen neuen Chefin und selbst beliebte Spielestudios (Ninja Theory) müssen um ihre Zukunft bangen. Shame! Shame! Shame!
  • Das Loading-Museum: wieviel Zeit habt ihr auf irgendwelche merkwürdigen Laseanimationen gestarrt? Das Loading Museum hat dem nun ein virtuelles Denkmal gesetzt. Und ich habe mich dabei herlich in die Vergangenheit versetzt gefühlt.
  • Garth Ennis mit The Punisher: bevor er The Boys geschrieben hat, hat sich Garth Ennis mit dem Punisher beschäftigt. Gewisse Parallelen sind da auch vorhanden. Ich bin noch nicht durch, freue mich aber auf die wilden, brutalen und skurillen Abenteuer. Parallel dazu habe ich auch mit der Punisher-Serie DareDevil Stafel 2 angefangen, um die Integration ins MCU zu verstehen, bevor ich den neuen Spiderman-Film angucken gehe.
  • LEGO® Batman™: Legacy of the Dark Knight: länger kann ein Titel nicht mehr wirklich sein. Davon ab macht das Spiel Spaß und zeigt, wie viel Liebe die Menschen der TellTale Games in die Umsetzung des ganzen DC-Batman-Kosmos legen. Das geht soweit, dass sie wirklich für jeden Film die Batman-Anzüge umgesetzt haben.
  • Xodus: ein weiterer Ansatz, um Gaming auf der Linux-Plattform noch komfortabler und noch umstiegsfreundlicher zu machen. Hier soll die XBox-Umgebung portiert werden, was ich spannend finde. ICh werde das Projekt auf jeden Fall immer mal wieder besuchen und nach Updates checken.
  • Gamescom: bald ist es wieder so weit und ich freue mich schon wie Bolle drauf, wieder über die Gamescom zu laufen. Diesmal sollen es ja noch mehr Aussteller sein als im letzten Jahr. Voll und voll gut. Sieht man sich da? Im Vorfeld spiele ich mich durch die verschiedenen Missionen der Epix-Spiele. Man kann mich übrigens rekrutieren 😉

Extro

Das war es mal wieder mit meinem kleinen Newsletter. Lasst mich wissen, welche Themen Euch gefallen und wo etwas nervt. Was mich derzeit sehr nervt, ganz abseits aller Games und Nerdthemen, sind die ganzen Nazis, die so ungeniert durch die Welt und durch Deutschland rennen. Bin ich schon zu alt, weil ich mich an eine Zeit erinnere, in derr es maximal uncool war, rechts zu sein? Ich finde das ist es immer noch und das sollte sich auch nicht ändern. Gamer-Communities waren immer schon sehr divers und immer international – da wird nicht drauf geschaut, woher Du kommst, wenn Du Dein Team unterstützt oder Du einfach Spaß hast. So sollte es auch bleiben! „Kein Fußbreit den Nazis“ – nicht in dieser Community, noch in irgendeiner anderen. So, Politik-Thema durch für heute!

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