Newsletter #9

In der letzten Zeit freue ich mich über die Flut an „Mandalorian-Trailer“ habe den „Geladen-Podcast“ zum Test der Donut-Batterie gehört, habe endlich die letzten Folgen von der Brillianten Serie „The Sandman“ und der unterhaltsamen Serie „Lucifer“ nachgeholt, habe deswegen das tiefe Bedürfnis, wieder mehr von Neil Gaiman zu lesen und auch „Constantine“ mal wieder zu gucken – anscheinend gab es dazu auch mal eine Serie. Hat die jemand gesehen?

Außerdem gibt es einige neue KI-Modelle, etwas zum Klicken, etwas zum hören und sehr viel zum Thema Lesen.

Entdeckt & geteilt

  1. Notesnook bietet ein Notebook, bei dem sie postulieren, dass es Ende-zu-Ende verschlüsselt ist. Außerdem ist es Open Source und bietet einen Free-Plan. Auch wenn ich denke, dass man gute Software auch finanziell unterstützen sollte, teste ich es erst einmal über den kostenlosen Plan
  2. Apertus ist eine schweizer LLM KI, die Open Source ist und eine „sorgsam kuratierte“ Datenbank hat, aus der sie lernt. Inwieweit sie es tatsächlich mit den kommerziellen Tools aufnehmen kann, werde ich noch ausprobieren müssen.
  3. And Roger“ ist ein point-and-click graphic Novel, die von vielen Seiten als sehr spielenswert beschrieben wird. Da die Story gut und überraschend sein soll und das Spiel auch nur etwas über eine Stunde geht, werde ich es die Tage mal ausprobieren und hier nicht spoilern.
  4. Mistral ist auch eine KI, allerdings in dem Fall keine Open Source. Aber eine, die aus Frankreich kommt und eine eigene Android- und iOS-App mitbringt. Mit „Le Chat“ gibt es auch eine Webversion.
  5. DuckDuckGo hat einen Browser, der allem Anschein nach ziemlich gut ist. Dann werde ich den wohl auch mal ausprobieren müssen. Besonders lockt mich die Fähigkeit des Browsers, die ganzen Cookie-Fragen selber mit „Geh! Weg!“ zu beantworten. Kein lästiges Klicken mehr?
  6. Mammoth ist eigentlich eine One-Man-Show von Wolfgang Van Halen und wow, kann der Mensch Musik machen. Sein Musikvideo zu „The End“ ist auch noch eine echt tolle Hommage an die Horrorfilme der 90-2000’er. Immerhin hat auch Robert Rodriguez Regie geführt. Und so viele schöne Cameos…
  7. Bazzite möchte als neues Betriebssystem für Gamer gesehen werden. Es scheint so, als wenn es eine Linux-Plattform für Steam ist und darüber auch andere Plattformen wie Xbox Game Pass (via battle.net), EA App, Epic Games Store, GOG.com, itch.io, Rockstar Games Launcher, Ubisoft Connect und anderes einbinden kann. Lustig, wie das schon echt nach SteamOS klingt.
  8. Veggielicious stellt auf seiner Seite jede Menge Rezepte online, die in der Regel auch ohne Zucker auskommen. Lecker! Noch mal für alle Food-Influencer-Fans zum verstehen: Vegilicious meint vegetarisch, also ohne Fleisch 😉

Das Thema

Nachdem ich letzte Woche ja schon eine Möglichkeit aufgezeigt hatte, wie man (auch) seine Comics kaufen kann, will ich diese Woche mal ein paar Dinge zum Lesen loswerden. Ich lese gerne und auch recht viel. Dabei läuft „Lesen“ über Comics, Zeitschriften, News und natürlich auch Bücher. Dabei versuche ich derzeit auch, mich ein wenig umzuorientieren. Früher war ich Leser bei Comixology, was super funktioniert hat, auch auf einem Kindle. Dann wurde Comixology von Amazon gekauft und in den Kindle‑Shop integriert. Damit ging es los. Wenn ich dann schon bei Kindle war, konnte ich meine Bücher auch bei Amazon liegen lassen – und habe auch mehr und mehr eBooks dort gelesen. Irgendwann wurde mein Kindle nicht mehr unterstützt und ich habe festgestellt, dass ich nicht mehr ohne Weiteres an die Inhalte dran komme – kein Wunder, hatte ich doch nicht das Werk, sondern die Nutzungsrechte erworben. Es gab zum Glück eine Zeit lang noch die Möglichkeit, die eigene Amazon‑Bücherei zu exportieren, was ich dann auch getan habe. Dann ging das Gesuche los. Da ich zu der Zeit auch ein Windows‑Tablet hatte, habe ich geschaut, wie man dort Comics und andere digitale Inhalte lesen kann. Dabei bin ich über ein paar Apps gestolpert und habe nach und nach weiter geschaut, wie ich das Thema „digitales Lesen“ weiterführen kann. Klar könnte man alles Mögliche als PDF herunterladen und über einen PDF‑Reader lesen, aber welcher sollte es da sein? Und nach einer Weile tauchte eine neue Möglichkeit auf: Leihen. Es gibt immer besser werdende Möglichkeiten, sich auch in Bibliotheken und angelehnten Systemen zu bedienen.

Aber mal etwas strukturiert: wie kann man Bücher kaufen, wie kann man sie lesen und wo kann man leihen? Und um die Fragen rund um „wo soll ich sie kaufen?“ auch noch etwas besser zu verstehen, auch gleich noch ein kleiner Exkurs in den Unterschied der ePubs und eBooks und PDFs – weil es ganz ohne einige Grundlagen leider nicht geht.

Schaut man sich die gängigen Formate für eBooks an, landet man schnell bei ePub und PDF. Beide erfüllen ähnliche Zwecke, unterscheiden sich aber in der Art, wie sie Inhalte darstellen. Ein ePub ist ein eher „fließendes“ Format – der Text passt sich der Bildschirmgröße an, Schriftarten und Zeilenabstände können oft individuell angepasst werden. Damit eignet es sich gut für verschiedene Geräte und Lesesituationen. Ein PDF dagegen bildet das Layout einer Seite exakt ab und bleibt immer gleich, egal ob auf großem Monitor oder kleinem Display. Das ist hilfreich, wenn Formatierung und Seitenaufbau wichtig sind, beim längeren Lesen kann es aber – je nach Gerät – etwas unbequemer werden. Neben ePub und PDF taucht im Zusammenhang mit eBooks auch immer wieder das MOBI‑Format auf, das vor allem im Umfeld der Kindle‑Reader eine Zeit lang weit verbreitet war. Wie ePub ist es ein „fließendes“ Format, bei dem sich der Text dynamisch an die Bildschirmgröße und Einstellungen anpasst.

Ein weiterer Baustein im digitalen Lesen ist das Thema DRM, also Digital Rights Management. Dahinter stehen technische Verfahren, mit denen Dateien verschlüsselt oder an bestimmte Konten oder Geräte gebunden werden. Ziel ist es, urheberrechtlich geschützte Inhalte vor unbefugtem Kopieren oder Verteilen zu schützen. In der Praxis führt das dazu, dass ein eBook oft nur innerhalb eines bestimmten Ökosystems genutzt werden kann – also etwa über die App oder den Reader eines einzelnen Anbieters. Manche Plattformen setzen dafür auf eigene Formate und Infrastrukturen, andere nutzen eher offene Standards und machen es leichter, Inhalte auf verschiedenen Geräten zu lesen, solange die jeweilige App das Format und die DRM‑Variante unterstützt.

Genau an dieser Stelle wird es dann interessant, wenn es um die Frage geht, wo man seine eBooks eigentlich kauft oder leiht. Einige Anbieter verbinden Shop, Cloud‑Speicher und Lese‑App in einem geschlossenen System, bei dem alles aus einer Hand kommt. Andere Angebote setzen eher darauf, Dateien im ePub‑ oder PDF‑Format bereitzustellen, die sich mit unterschiedlichen Lese‑Apps nutzen lassen. Und dazwischen liegen Bibliotheken, Onleihe‑Modelle und Spezialdienste, die noch einmal eigene Wege gehen – sowohl bei den Formaten als auch beim Umgang mit DRM.

Grundsätzlich kann man eBooks in mittlerweile immer mehr Online‑Stores kaufen – manche als PDF, manche als ePub. Selbst namhafte Anbieter wie Thalia, Osiander, bücher.de, sowie Hugendubel bzw. ebook.de und ein Großteil der Comic‑Verlage und auch viele Verlagshäuser haben mittlerweile eigene eBook‑Stores. Die Entscheidung ist also mittlerweile eher derart, dass man sich fragen muss, ob man sich auf einen Anbieter festlegen will oder ob man eher offen bleibt. Meine technische Ausstattung mit einem 12″-Tablet erlaubt es mir, ganze Seiten gut betrachten zu können – das wiederum erlaubt es mir auch, die PDFs zu nutzen, und damit kann ich mich bei DRM‑freien Anbietern unabhängig vom Format voll austoben. Der in der letzten Ausgabe genannte Beam‑Shop ist ein Beispiel für PDF‑basierte Veröffentlichungen.

Meine drei Programme, die ich aktuell nutze, laufen unter Windows und decken unterschiedliche Aspekte des digitalen Lesens ab. Drawboard ist dabei für mich vor allem das Werkzeug für „arbeitsnahes“ Lesen: PDFs annotieren, Stellen hervorheben, Notizen am Rand lassen – eher wie ein digitaler Ordner für Dokumente und Fachtexte. Cover bewegt sich deutlich stärker in Richtung Comics und grafische Inhalte. Hier geht es darum, ganze Seiten oder Doppelseiten möglichst angenehm darzustellen, durch Hefte zu blättern und auch größere Sammlungen im Blick zu behalten; gleichzeitig kann Cover auch Ordner aus Cloud‑Speichern wie OneDrive, Google Drive oder Dropbox einbinden, was für mich praktisch ist, weil meine eBooks – egal ob Comic, Roman, Sachbuch oder Zeitschrift – vollständig in einem Clouddrive liegen. Aquile Reader schließlich ist eher der klassische eBook‑Reader im ePub‑Umfeld: Fokus auf Text, Schriftgrößen, Lesemodi und Bibliotheksverwaltung, also eher das „Bücherregal“ für längere Romane und Sachbücher – den nutze ich im Alltag allerdings nur selten, weil es bei einigen Dateien immer wieder zu Darstellungsproblemen kommt.

Und dann habe ich vor einiger Zeit noch entdeckt, dass es auch manchmal reicht, wenn man sich Bücher leiht. Denn auch die Bibliotheken und Büchereien sind ins Internet umgezogen. Vor allem über die Onleihe habe ich viele Möglichkeiten, zeitlich begrenzt Bücher zu lesen. Mit einer Bücherei‑Karte stehen dort viele Publikationen zur Verfügung. Wenn man es etwas zeitgemäßer (allerdings dann auch wieder amerikanisch) mag, ist man mit Libby gut beraten, die über teilnehmende Bibliotheken auf die gleichen Schnittstellen zugreift, aber eine deutlich ansprechendere Oberfläche mitbringt.

Schließlich habe ich festgestellt, dass man auch viele Zeitungen und Zeitschriften online lesen kann – oft sogar genau in dem Moment, in dem die gedruckte Ausgabe erscheint. Neben einem Abo bei Readly, das eine ganze Reihe von Titeln in einer einzigen Flatrate bündelt, gibt es mittlerweile auch bei vielen Verlagen eigene digitale Angebote, sei es über ePaper‑Portale oder Verlags‑Apps. Damit lässt sich vom klassischen Magazin bis zur Tageszeitung vieles direkt beim Anbieter lesen oder herunterladen und auf einem Reader der eigenen Wahl lesen. Und auch hier spielt die Bücherei wieder eine Rolle: Mit einem Bibliotheksausweis kann man über Dienste wie PressReader auf eine große Auswahl aktueller Zeitungen und Zeitschriften zugreifen, ohne ein separates Verlagsabo abschließen zu müssen.

Wie und wo lest ihr? Schickt vielleicht auch ein Bild, wenn ihr einen dedizierten Leseplatz habt. Ist das vielleicht noch in der Bücherei, oder in einem alten schönen Lesesessel? Ich bin gespannt.

Exit

Was kann man am Ende von so viel lesen noch machen? Vielleicht mal ein wenig Musik hören? Mammoth schon angehört? Wenn nicht, dann aber jetzt los!

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