Newsletter #8

Derzeit ist viel von Amerika bestimmt. Neben den vielen politischen Dingen haben mich die Nominierungen für die Oskars fasziniert. Mit „Blood & Sinners“ (warum auch immer der im deutschen noch mal umbenannt werden musste) und „One Battle After Another“ sehe ich schon zwei Filme, die ich gerne sehen möchte. „Frankenstein“ kenne ich schon und fand ihn bis aufs Ende echt gut. Und dann ist da noch der Superbowl – wobei mich dabei nicht so sehr der Sport interessiert, sondern vor allem die Halbzeitshow. Mit Bad Bunny war dieses Jahr richtig politische Meinung vertreten, die auch zum Ausdruck kam. Ich bin gespannt auf die Werbespots, die ich mir, wie im letzten Jahr, wieder alle ansehen werde. Manche sind einfach zu gut, leider habe ich bislang keine Zeit gefunden, dass zu tun.

Davon ab gibt es in dieser Ausgabe vor allem Dinge zu lesen und zu hören, ein weiteren guten Podcast und einn kurzen Abriss zu den Fallout-Spielen.

Entdeckt & geteilt

  1. Handbuch Gaming und Rechtsextremismus: Auch wenn wir Gamer uns gerne auf die Fahnen schreiben, dass wir weltoffen und sehr tolerant sind, gibt es auch im Gaming schwarze Schafe. Dieses HAndbuch, dass bei der bpb erschienen ist, wirft ein Schlaglicht auf genu diese Dinge.
  2. Beam Shop: ich habe lange gesucht, um einen Comic-Shop zu finden, bei dem ich die digitale Ausgabe meiner Lieblingscomics direkt als pdf herunterladen kann. Hier geht das und dazu noch zu einem normalen Preis. Gebt dem Laden gerne eine Chance.
  3. Bitter Roots: Ein super cooler Comic, wie ich finde. Besonders mag ich, dass er neben allen Phantasie-Elementen eine sehr ernste Grundlage hat. Oder um es so zu sagen: „Da lernt man glatt was“.
  4. Game Based Podcast: In Stuttgart gibt es eine „ComputerSpieleSchule“. Seit 2024 unterstützt diese den von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) gestarteten Podcast „Game Based“. Dabei wird ein Blick auf Spiele mit der pädagogischen Brille geworfen. Sehr interessant.
  5. Brooklin Coffee Shop: Ich stehe auf diese Art von Humor. Punkt.
  6. Search Party von Ring: ich weiß, das ich nicht der einzige bin, der diese Werbung vom Superbowl beängstigend fand. Volle Überwachung über die Türklingel? What can possibly go wrong?
  7. NexPhone: Drei Betriebssysteme auf einem Telefon klingt zu schön, um wahr zu sein. Dennoch tritt NexPhone mit genau diesem Versprechen an. Ich bin gespannt, wenn in Q3/2026 die ersten reviews reinflattern.
  8. Papra: der französische Hersteller verspricht eine Open-Source-Plattform für die Dokumentenverwaltung, mit der man Dateien mühelos organisieren, sichern und archivieren können soll. Ich habe es noch nicht ausprobiert. Habt Ihr Erfahrung damit?

Das Thema

Fallout ist ein Rollenspiel-Phänomen, dass es jetzt seit 1997 gibt. Damals entwickelt von den Black Isle Studios – die zu der Zeit DIE Rollenspielschmiede schlechthin waren – und von Interplay veröffentlicht. Das Spiel hat mich fast mein Abi gekostet, habe ich es doch in der Nacht vor den schriftlichen Matheprüfungen partout durchspielen müssen.

Die Welt von Fallout liegt in Schutt und Asche – ein atomarer Weltkrieg hat in kurzer Zeit den gesamten PLaneten zerstört. In Amerika haben Menschen überlebt, weil sie in riesigen unterirdischen Bunkern, schlicht „Vaults“ genannt, über Generationen eingeschlossen waren. An der Oberfläche hat der atomare Fallout allerlei mutationen ausgelöst und auch menschliches Zutun war daran beteiligt, wenn Mutanten, zweiköpfige Kühe und allerlei andere agressive Flora und Fauna den Hinterbliebenen das Leben schwer machen. Wie es dazu kam, wird in den Spielen nach und nach klar und auch die neue Serie auf Amazon liefert noch einige Puzzlesteine dazu. Das Spiel verfügt nach konservativer Zählweise über nicht weniger als neun Ableger, wobei nur sechs die Rollenspielseite sind. Ein Titel („Fallout Tactics: Brotherhood of Steel“) ist ein taktischer Third-Person-Shooter; ein Titel („Brotherhood Of Steel“) ist ein A-RPG im Stile von Baldurs Gate: Dark Alliance; ein Spiel („Fallout Shelter“) ist ein Casual MobileGame in dem man einen eigenen Vault managed.

Was mich an der Welt von Fallout so fasziniert hat, war die Welt als solches und die Geschichten, die erzählt wurden. Die Grafik war damals schon bestenfalls okay, könnte aber mit gut gerenderten und damals auf jeden Fall zeitgemäßen Videos überzeugen. Darüber hinaus war die Welt düster, der Held immer auf der Gradwanderung zum Halunken und auch das Konzept der Skills war gut – erstmals gab es mit den Perks Dinge, die nicht nur eine positive Eigenschaft mit sich brachten, sondern auch immer eine „Down-Side“ hatten. Die Welt war herlich morbide und konnte mit manch schauerlichem Nebenschauplatz überzeugen. Und es wurde viel Mühe darauf verwendet, dass es belohnt wurde, wenn man einfach mal ein bißchen rumschaut. Schon im ersten Speil konnte man so ein abgestürztes UFO und eine Telefonzelle a lá „Doctor Who“ finden. Und ein Gozilla-Fußabdruck…

Zwischen dem zweiten und dritten Teil der Rollenspiel-Spielreihe vergingen fast zehn Jahre, in denen das Spiel vom Entwickler Black Isle an Bethesda (bzw. Obsidian für „New Vegas“) übergeben wurde. Neben diesem Wechsel vollzog sich damit auch der Wechsel von der 2D in die 3D-Welt und zu neuen Gameplay-Mechaniken. War man in den ersten zwei Spielen noch Quest-getrieben, so gab einem die Spielewelt ab Fallout 3 deutlich mehr Freiheiten und Orte, die erkundet werden konnten. Die Weltreise, die in den Vorgänger-Spielen immer auf einer Kartenansicht erfolgte, kann nun durchgängig selbst erlebt werden. Großes Kino.

Insgesamt sind die beiden ersten Fallout-Spiele ehrlich gesagt ziemlich mies gealtert, was die Grafik angeht. Spieletechnisch und Storytechnisch aber sind sie nach wie vor brilliant. Und hölzern. Denn es gibt keine Quest-Markierung in der Map und kein Autosave. Es fühlt sich, aus der Perspektive eines alten Spielers, noch sehr nach Handarbeit an, das Spiel zu bezwingen. Und es macht mir ein ums andere Mal sehr viel Spaß!

Exit

Fallout 1 Encounters (Nicht von mir und Spoiler sind möglich!)

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