Mobile Spiele

Mit den Mobiltelefonen ist ein Spielgerät vorhanden, dass fast ein jeder heutzutage dauernd mit sich herumträgt. Was sind nun also meine TOP 5 der mobilen Spiele?

Mensch möchte spielen. Ob mit einen Ball, auf einem Brett, mehr mit dem Kopf oder auch sehr körperlich. Eine Variante davon ist das Spielen mittels eines Computers, einer Konsole oder einem sonstigen technischen Gerät. Seit neuster Zeit werden auch mobile Spielgeräte immer beliebter. Spätestens seit dem Gameboy sollte klar sein, dass das Konzept der Spielmaschinen für unterwegs gut funktioniert. Auch der Nintendo Switch hat seine guten Verkaufszahlen sicherlich nicht nur erreicht, weil man ihn als semi-vollständige Heimkonsole nutzen kann. Mit den Mobiltelefonen ist darüber hinaus ein Spielgerät vorhanden, dass fast ein jeder heutzutage dauernd mit sich herumträgt.

Assassins Creed für das Handy, dass aber auch ganz klar als mobiler Ableger eines großen Franchise darstellt und auf die kleinen Geräte entsprechend angepasst und konzipiert wurde.

Allerdings hat das Spielen unterwegs per Handy einen klaren Nachteil: auch wenn die Mobilgeräte immer besser werden, neue Steuerungskonzepte implementiert werden und auch die Abfrage des Touchdisplays langsam aber sicher auch sinnvoll funktioniert: an die Leistung und die Grafikpracht meines Spiele-PCs oder meiner Konsole kommen sie leistungstechnisch nicht ran. Nicht im Ansatz. Was ja auch eigentlich nicht schlimm ist, müssen sie ja nur eine kleine Bildschirmfläche bespielen. Das diese „kleine“ Bildschirmfläche trotzdem zumeist mit FullHD auflöst, sollte zumindest anerkennend genannt werden!

Sky: Children Of Light ist eine wundervolle grafisch ansprechende Geschichte

All dies lädt also dazu ein, auch unterwegs zu spielen – auch ich kann mich da nicht ausnehmen. Und langsam und sicher entwachsen die Mobile-Spiele tatsächlich als solches auch dem Candy-Crush- oder Clash-Of-Clanes-Stadium. Mit COD Mobile ist eine gut spielbare Alternative des Shooter-Universums gestartet, dass nicht nur ansprechend aufgemacht ist, sondern auch durchaus gut gesteuert werden kann. Und mit GrimValor gibt es sogar ein durchaus ambitioniertes ARPG, dass als Side-Scroller läuft und dennoch für längere Zeit fesseln kann. Auch der Erfolg von Sky: Children Of Light ist ein Indiz dafür, dass die mobile Spielergemeinde bereit ist für etwas mehr als Tetris. Der hauptsächlich dabei begrenzende Faktor ist sicherlich die Größe des Displays und die aufgrund der Akkus begrenzte Rechenleistung der CPU’s und GPU’s, auch wenn diese – zumindest auf der Größe eines Handybildschirms – schon begeistern können.

Was sind nun also meine TOP 5 der mobilen Spiele?

1 – Pokémon GO

Nintendos erster Gehversuch für das androide Betriebssystem war Pokémon Go. Entwickelt wurde es von Niantic, die sich mit dem Spiel „Ingress“ im Vorfeld schon einen gewissen Namen mit diesem AR- und Geodaten-Spiel gemacht hatten.

Pokémon GO nutzt ebenfalls die Geodaten des Spielers und lässt ihn so in der realen Welt nach virtuellen Pokémons, Arenen und anderen Spielinhalten suchen. Das zugrundeliegende Kartenmaterial ist dabei originales Kartenmaterial, über das die Pokémon-Welt gelegt wird. Mit Hilfe der AR-Funktion im Spiel erscheinen die Pokémons darüber hinaus in dem durch die Kamera aufgenommenen Bild der Umgebung.

Der klassische Screen bei Pokémon, auf der der Spieler und seine Umgebung dargestellt wird

Inhaltlich dreht es sich darum, dass man als Pokémon-Trainer durch die (reale) Welt streift, die kleinen Monster einfängt, sie gegen andere Kämpfen lässt und sich an Raids oder anderen Quests, die im Spiel „Feldforschung“ heißen beteiligt. Insgesamt also ein eher simples Spielprinzip, dass durch die vielen repetitiven Aufgaben auch eher wenig Abwechslung bietet. Warum es trotzdem das erste Spiel auf meiner Liste ist erklärt sich durch den Motivationsfaktor, den das Spiel nach all den Jahren doch noch hat. Hier noch schnell ein paar Viecher gefangen, die man steigern oder Entwickeln kann, hier noch eine Arena, die man bekämpfen kann und ganz grundsätzlich die Frage ob in dieser einen fremden Stadt durch die man reist, nicht vielleicht noch ein Pokémon wartet, dass man noch nicht kennt.

Die Liste der Pokémons ist lang und es gibt immer wieder neue Monster zu finden.

Da ich kein großer Pokémon-Kenner oder -Fan bin, kann ich die Übertragbarkeit von Go auf die Geschichten im Pokémon-Universum nicht abschätzen. Mir macht es einfach einen gewissen Spaß in fremden Orten auch virtuell zu schauen, was los ist – welche der drei Fraktionen ist stark vertreten, welche wilden Monster finden sich an und welche Raids finden statt. Als etwas anstrengend empfinde ich, dass man dem Spiel anmerkt, dass es darauf abzielt auch Gewinn abzuwerfen – es folgt dafür starken Play-To-Win-Ansätzen und auch wenn ich nicht gewinnen will, habe ich schon den ein oder anderen Euro ausgegeben, um meinen Rucksack oder mein Pokémon-Deck zu vergrößern. Für Klamotten habe ich noch nichts ausgegeben. Ehrenwort!

2 – Hearthstone

Bereits die klassischen Kartenspiele wie Solitär oder ähnliche Vertreter zeigten, dass Kartenspieleauch auf dem Computer funktionieren. Mit den Vertretern der Sammelkartenspielen wie Yu-Gi-Oh oder Magic: The Gathering betraten schließlich auch ausgemachte Cash-Cows des Kartenspiele-Universums die PC-Monitore. Und wenn ein Spiele-Genre gut läuft, kann man sicher sein, dass Blizzard sich auch der Sache annehmen wird und einen Hit daraus produziert. Im Bereich der Sammelkarten-Online-Spiele heißt dieser Vertreter nun „Hearthstone“ und ist ein in der Welt von WarCraft angesiedeltes Spiel, dass angeblich in den vielen Kneipen Azeroths gespielt wird. Der Spieler sammelt Karten durch das Gewinnen von Spielen oder anderen Spielzielen oder indem er sie sich schlicht kauft. Pay-To-Win also auch hier. Dennoch schafft das Spiel eine gute und interessante Atmosphäre, in der es Spaß macht, ein paar Karten zu kloppen. Die schönen Animationen und der stimmungsvolle Stil tun das das ihre.

Vor dem Start eines Duells sind beide Seitenteile noch blank

Insgesamt macht der erste Ausflug von Blizzard in die Android -Gefilde richtig Spaß, spielt man doch in der Regel gegen menschliche Gegner da liegt aber auch das eigentliche Problem, was aber ein jedes Sammel-Kartenspiel mitbringt: hat der Gegner mehr Spiele gewonnen oder mehr Geld investiert, verschiebt sich das Gleichgewicht merklich. Das erstere Problem hat Blizzard mit seinem Matchmaking-System recht gut in den Griff gekriegt (wobei es da auch noch systemische Verbesserungen gäbe) und hilft damit den Gelegenheitsspieler schon sehr gut weiter – werden doch nach einiger Zeit die Power-Player im Rang einfach deutlich weiter sein. Das zweitere ist tatsächlich eine Tatsache, die mir schon das ein oder andere Spiel verleidet hat, weil ich gegen Karten gespielt habe, die ich schlicht nicht kannte. Aber das ist mir auch bei Magic an den Tischen der sehr analogen Spieleburg, meinem Nerd-Laden zu Schulzeiten, passiert. Da hilft leider nicht viel. Pay-To-Win ist halt keine Computerspiele-eigene Problematik.

Interessant an „Hearthstone“ ist, dass es ein echtes Cross-Plattform-Spiel ist, dass nicht nur unter Windows oder iOS gut funktioniert, sondern dessen Portierung auf das Android-System hervorragend funktioniert. Ich spiele es trotz aller Frustmomente immer mal wieder ganz gerne. Komme dann aber meist kaum über ein paar Matches, weil ich mich jedes Mal vorher noch eine ganze Weile mit den neuen Karten beschäftigen muss und sortieren muss, welche alten in der aktuellen Saison nicht mehr gespielt werden dürfen.

3 – Grim Valor

Grim Valor ist ein lupenreiner ARPG-Titel, der aus meiner Sicht als wirklich schöner Sidescroller präsentiert wird. Die Geschichte ist dabei so generisch wie in vielen anderen ARPGs auch – ich habe tatsächlich schon wieder vergessen, warum mein*e Held*in losziehen muss und sich stundenlang durch Gegnerhorden metzeln muss. Sicherlich ging es um ein unterdrücktes Königreich, der Auferstehung eines üblen Hexenmeisters oder irgendetwas vergleichbares. Nichts desto trotz werden mir die Story-Häppchen immer in schönen Animationen präsentiert und schaffen so ein schönes Gefühl, dass ich als Spieler auch erst genommen werde. Die Grafik ist für einen Mobiltitel meiner Meinung nach richtig hübsch anzusehen und die Steuerung ist so gut gelungen, dass ich nicht dauernd daran erinnert werde, dass ich auf einem Mobiltelefon spiele.

Eine klassische verfallener-Tempel-mit-fiesen-Monstern-Moment in Grim Valor. Hübsche Grafik und spannende Kämpfe inklusive.

Grim Valor ist dabei kein Free-To-Play Titel, sondern lässt mich ein paar Level für Lau spielen. Nach diesem nicht sehr unauffälligen Anfixen wird man dann für die nächsten Abschnitte zur Kasse gebeten. Da die Kämpfe durchaus fesseln, das Spiel gut aussieht und Spaß macht, die Story im Vergleich zu anderen Mobiltiteln nicht komplett weh tut ich den Singleplayer Ansatz sehr zu schätzen wusste, habe ich mir das Spiel gekauft. Der Vorteil ist nun, dass die Spieleschmiede dadurch nicht mehr darauf angewiesen ist, mit Ingameverkäufen Geld zu verdienen. So bleibe ich von den ansonsten schwer nervigen Hinweisen auf Shops oder besondere Verkäufe verschont, muss mir nicht mit Echtgeld ein bestimmtes Schwert kaufen um einen bestimmten Gegner zu legen usw. usf. Insgesamt also ein echt schöner und angenehmer Zeitvertreib.

Gleicher Dungeon, andere Stelle. Das Spiel begeisterte mich für einige Wochen, jetzt spiele ich es immer mal wieder gerne für ein paar Minuten

4 – Tiny Rooms

Wie kann man ein Puzzlegame mit einer interessanten Geschichte vermischen und die Geschichte mittels eines Charakters durch den Spieler gesteuert sich entwickeln lassen? Indem man sich an den Adventures der alten Tage bedient und die Komplexität runter schraubt. So oder so ähnlich kann man Spielprinzip von Tiny Rooms zusammenfassen. Der Onkel des Protagonisten hat um Hilfe gerufen, doch als dieser vor Ort ist, findet er eine völlig entvölkerte Stadt vor, in der er sich von Schauplatz zu Schauplatz durch die Geschichte rätseln muss. Dabei gibt es Außenwelten, Innenwelten und detailliertere Ausschnittselemente.

Irgendwie muss man in diesem Raum die Tür aufkriegen. Der „kleine“ Computer dürfte dabei der Schlüssel sein und die Hinweise müsste ich auch alle erhalten haben – aber wie zur Hölle mache ich das jetzt?

Das Spiel nutzt die Möglichkeiten und Gegebenheiten der mobilen Plattform sehr gut und setzt mit drehbaren Lokalitäten die minimalisierte Optik gut in Szene. Manche Rätsel sind zwar erwartungsgemäß keine großen Hürden, an manchen habe ich aber dann doch auch schon ziemlich geknabbert. Trotzdem motiviert mich das Spiel gekonnt dazu, weiter zu spielen. Die Abschnitte sind in leicht verdaulichen Zeitintervallen zu meistern und so kann man auch mal eben zwischendurch ein paar Rätsel lösen. Allerdings läuft man dann Gefahr, die hälfte der Story, die zugegebenerweise etwas abstrus ist, zu vergessen. Ob das ein Problem ist? Wohl eher nicht.

Japp, der Computer hält direkt ein paar Möglichkeiten bereit, wie man sich irren kann. Aber zum Glück versorgt mich das Spiel mit ausreichenden Hinweisen. Tut es doch – oder?

5 – Mini Metro

Baue eine U-Bahn für London. Oder für Seoul. Oder für Tokyo. Und transportiere damit Menschen. Dieses simple Spielprinzip kann auch oder grade wegen der damit einhergehenden sehr simplizierten Grafik sehr lange und sehr intensiv fesseln. Dabei werden vor allem die Begrenzungen der Ressourcen „Platz“, „Zeit“ und „Streckenelemente“ als die Elemente, die die Spannung aufrecht erhalten. Denn auch wie im echten Leben werden die Fahrgäste irgendwann ärgerlich, wenn siee zu lange warten. Und wenn sie zu lange warten, ist das Spiel vorbei.

Aus einer simplen Streckenführung…
…wird irgendwann eine herausfordernde Aufgabe

Denn es kommt wie es kommen muss – man hat nicht für jede Streckenführung ausreichend Brücken oder Tunnel – und immer mit den wartenden Passagieren im Nacken bricht bald der Stressschweiß aus. Ist es die kreisförmige Streckenführung mit zwei gegenläufigen Bahnen oder sollte lieber eine zweite Strecke aber dann mit Anhänger? Mich hat das kurzweilige Spiel immer wieder gefesselt und fasziniert mich besonders durch die simple Bedienung, das eingängige Spielprinzip und die klare Optik.

Und auch die Tatsache, dass es ein reiner Singleplayer-Titel ist, den ich auch komplett offline spielen kann macht es interessant. Zwar habe ich das Spiel kaufen müssen, dafür werde ich nicht mit Werbung genervt oder mit In-App Pay-To-Win Mechanismen.

5 – Lara Croft Go

Ein Tomb Raider auf das Mobiltelefon zu portieren ist ein schwieriges Unterfangen und so wurde hier anscheinend auch nur die Marke importiert und auf das schon für andere Franchise eingesetzte „GO“-Prinzip umgemünzt. Dieses „GO“ hat allerdings nichts mit den kleinen Taschenmonstern zu tun.

Lara Croft muss Schritt für Schritt durch das Labyrinth gelotst werden

Dabei ist jeder Schritt eine Bewegung und richtig Stress kommt dabei nicht auf. Dennoch ist es eine launige und abwechslungsreiche Tour bei der ich die bekannte Archäologin leiten darf.

Es muss auch mal an einer Wand hochgeklettert werden, um einen Schalter umzulegen.

Auch dieses Spiel habe ich gekauft und bereue es nicht. Denn auch da habe ich einige tolle Momente und Erlebnisse mit erlebt.

Ori And The Blind Forrest

Ich gebe zu, dass die Begeisterung auch erst einstellen musste, als das Spiel vor nunmehr fünf Jahren erschienen ist. Zunächst wirkte es auf mich sehr asiatisch, mit einer Welt und deren Bewohner, die mir fremd und nicht wirklich ansprechend erschienen. Dazu kam noch die drollige Aufmachung der Charaktere. Doch dann habe ich es gespielt und fand es doch sehr schön.

Das Titelbild von Ori And The Blind Forrest
Der Startscreen von Ori And The Bild Forrest

Wenn man schon ein paar Jahre spielt, dann werden die Überraschungen bei den Neuerscheinungen immer seltener. Besonders in einer Zeit, in der der Eindruck entsteht, dass sich etablierte Spieleschmieden – vielleicht unter dem Druck der Publisher – nicht mehr an mutige Eigenentwicklungen wagen. Immer seltener sah man eine Zeit lang , so jedenfalls mein Gefühl, Spieleneuerscheinungen, die den Namen auch zu recht tragen; immer häufiger trugen und tragen die Releasetitel eine Zahl im Namen, die andeutet, dass es eben nicht eine wirklich neue Spielidee ist, sondern vielmehr eine technische Weiterentwicklung oder eine Portierung eines bereits etablierten Spiels in ein neues Setting.

Das ist nicht nur schade, sondern auch mit der Zeit langweilig. Ja, so gerne ich Battlefield spiele und so sehr ich die Ausflüge vom Zweiten Weltkrieg in die Moderne, in den Ersten Weltkrieg und zurück in den Zweiten Weltkrieg gefeiert habe, bieten die Spiele keine Innovationen abseits der technischen. Grafik, Sound und Spielmechaniken werden zwar verbessert aber nie so sehr geändert, dass man das Spiel nicht wieder erkennen würde. Zu selten werde ich überrascht von dem, was ein solches Spiel mir bietet oder freue mich über neue und einfallsreiche Spielmechaniken.

Sicher ist es nicht sonderlich klug, sich über mangelnde Innovationen in Spielen zu beschweren, wenn man als Beispiel dann Battlefield zitiert. Im vollen Bewusstsein dessen Suche ich auch gerne abseits der ausgetretenen und wie Fast Food wirkenden Pfade der AAA-Titel nach interessanten Spielen.

Das letzte, das mich dabei wirklich gefesselt hatte war „Ori And The Blind Forrest“.

Ich gebe zu, dass sich die Begeisterung auch erst einstellen musste, als das Spiel vor nunmehr fünf Jahren erschienen ist. Zunächst wirkte es auf mich sehr asiatisch, mit einer Welt und deren Bewohner, die mir fremd und nicht wirklich nahbar erschienen. Dazu kam noch die drollige Aufmachung der Charaktere. Doch dann habe ich es gespielt und fand es sehr schön.

Ein späteres Level spielt in der Dunkelheit. Es ist nie unfair, aber durchaus fordernd.

Fast schon rührig kommt das Intro daher, das eine Geschichte über das verlorene Lichtwesen Ori erzählt, dass von einem Wesen namens Naru nach einem schlimmen Zwischenfall adoptiert wird. Doch der Weltenbaum, dem Ori eigentlich angehört, verkümmert mit der Zeit und es scheint an Ori zu sein, den Weltenbaum zu retten und das Licht zu eben diesem Zentrum des Waldes zurück zu bringen. Dabei begegnen Ori verschiedenste Wesen, manche nett, manche hilfreich, manche zunächst sehr suspekt und manche einfach nur hinderlich oder gar böse. An Oris Seite ist das kleine Licht Sein, das seinerseits ein Teil des Weltenbaums war und mit diesem noch verbunden zu sein scheint. Sein ist es auch, der zu Begin des Abenteuers viele Erklärungen liefert und Gegenstände in einen Kontext bringt. Schließlich kann Sein auch Lichtgeschosse verschießen und ist damit zumindest am Anfang auch für die Schießereien zuständig.

Ein Screenshot aus Ori
Ein Levelausschnitt aus Ori And The Blind Forrest – wunderschöne Hintergründe und liebevolle Figuren.

All diese Elemente sind bei Ori And The Blind Forrest in ein schönes visuelles Konzept integriert. Ori muss unterschiedliche Gebiete durchreisen, auf der Suche nach den einzelnen Lichtern für den Wald. Neben den anfänglichen Waldgebieten folgen Grotten, Nebelreiche und auch dunkle unterirdische Höhlen in denen die Orientierung und die Sicht deutlich erschwert sind. Auch die Bewohner der unterschiedlichen Gebiete unterscheiden sich angenehm voneinander und verlangen immer wieder neue Strategien, um sie zu überwinden. Ganz im Sinne der Jump-And-Run-Historie steuert man Ori dabei durch unterschiedliche Passagen, in denen vor allem das Timing der Sprünge passen muss und der Umgang mit den unterschiedlichen Gegnertypen. Da Ori die eigenen Fähigkeiten erst langsam, nach und nach ausbaut, muss man am Anfang sogar gegebenenfalls die unfreundlich gesinnten Gegner dazu nutzen, eine Passage zu öffnen oder einen anderen Mechanismus auszulösen. Auch Passagen, die man im ersten Anlauf definitiv noch nicht lösen kann, gibt es; an diese Stellen sollte man auf jeden Fall später noch einmal zurück kommen, um mithilfe der neuen Fähigkeiten erweiterte Bereiche in dem Level freizuschalten. Ori And The Blind Forrest ist dabei immer irgendwie fordernd, ohne gänzlich unfair zu wirken und ich fühle mich beim Spielen immer gut an der Hand genommen. Wenn ich mich zwischendurch dabei erwische, dass ich nicht mehr wirklich weiß, warum ich grade unterwegs bin, dann liegt es zumeist daran, dass ich mich in den wunderschönen Animationen oder Hintergründen verloren habe. Manche Level habe ich dabei auch schon zweimal durchlaufen, nur um sie noch einmal zu sehen.

Kniffelige Passagen gibt es immer wieder. Hier kommt es auf Timing und Reaktion an.

Mich hat das Spiel vor allem durch die Kombination aus Grafik, Spielerlebnis, Erzählstil und Soundtrack gefesselt. Immer hatte ich das Gefühl, mit Ori das Abenteuer gemeinsam zu erleben. Nie hatte ich das Gefühl, dass es Passagen gibt, in denen diese wunderbare Immersion allzu stark abgeschwächt wird, wenngleich es immer wieder Passagen gibt, bei denen ich auch einmal herzhaft fluchen musste, weil es auch beim dritten und vierten Anlauf nicht geklappt hat. Ori wuchs mir mit fortschreitendem Spielverlauf immer mehr ans Herz und so wurde es ein persönliches Anliegen, das Lichtwesen nicht abstürzen oder sterben zu lassen.

Ori and The Blind Forrest wurde vom österreichischem „Moon Studio“ programmiert. Sie haben damit anscheinend so sehr beeindruckt, dass sie von Microsoft direkt gepublished werden. Das erste Spiel erschien zunächst als Download-Titel für XBox und PC unter dem XBox Game Studios Label. Interessant ist, dass zwar der Firmensitz von Moon Studios in Wien ist, die eigentliche Entwicklungsarbeit allerdings über den gesamten Globus verteilt passiert. So kann kollaboratives Arbeiten heute eben auch aussehen.

Die Level bei Ori sind trotz der Linearität sehr abwechselungsreich und durchaus groß.

Ich kann das Spiel nur jedem empfehlen, der gerne auch mal ein wenig Jump-And-Run spielt und neben den Klassikern ein wenig neuen Wind zulassen möchte. Und wenn es dann doch zu schnell vorbei ist, kann man es doch als konzentrierter Spieler in sieben bis neun Stunden durchspielen, gibt es ja zum Glück auch für Ori einen weiteren Titel – der enthält zum Glück auch keine Zahl sondern heißt Ori And The Will Of The Wisp.